Heunischenburg, Oberfranken (KC) – Geophysikalische Prospektion

01.03.2019 - Kronach-Gehülz

Die Heunischenburg bei Kronach-Gehülz in Oberfranken zählt zu den bedeutendsten Befestigungsanlagen der späten Bronzezeit. In den 1980er Jahren wurde im Zuge mehrerer Grabungskampagnen unter anderem eine mehrphasige massive Steinmauer als Teil einer umlaufenden Befestigung ausgegraben. Auch der bemerkenswerte Torbereich mit einer langen Torgasse und einer Ausfallpforte (“Poterne”) ist für das 10. und 9. Jahrhundert v. Chr. nördlich der Alpen einmalig. Die Ergebnisse der Ausgrabung führten zu einer baulichen Rekonstruktion des Tores am Originalstandort, welche heute noch zu besichtigen ist und einen wunderbaren Eindruck der einstigen Befestigung vermittelt.

Im Zuge einer touristischen Neuerschließung der Anlage und der Kronacher Archäologie im Allgemeinen, formierte sich im Jahr 2017 der ehrenamtliche Arbeitskreis Heunischenburg. Neben einer informativen Neubeschilderung nahm sich dieser vor allem die weitere Erforschung der Anlage mit modernen Methoden zum Ziel und beauftragte mich mit einer geophysikalischen Prospektion. Hierzu wurden Im Februar 2019 auf einem Areal von über 3 ha in und um die späturnenfelderzeitliche Befestigungsanlage herum Magnetometerprospektionen durchgeführt, die noch offene Fragen zum Befestigungsverlauf und zur Nutzung des Außengeländes und der Innenbesiedlung klären sollten. Neben zahlreichen Siedlungsbefunden innerhalb der Befestigungsmauern, zahlreichen geologischen Strukturen und wahrscheinlich mittelalterlichen Bebauungsstrukturen im Außenbereich, konnten Auffälligkeiten im Befestigungsbau festgestellt werden, die bislang völlig unbekannt waren. Weitere Untersuchungen sollen in den nächsten Jahren zunehmend Klarheit bringen und diese bemerkenswerte Anlage zu einer der besterforschten spätbronzezeitlichen Burgen Mitteleuropas machen.

Die Ergebnisse und zahlreiche Funde sollen zudem im Frankenwald-Museum ausgestellt werden, das sich momentan in der Entstehung befindet.